Raumgestaltung 9 Min. Lesezeit

Funktionsräume in der Kita einrichten

HAIDIG® Redaktion

Experten für Kindergartenausstattung seit über 30 Jahren

Kita-Spielbereich mit niedrigen Holzregalen in Ahorn-Optik als Raumteiler, ein Mädchen malt an einem niedrigen Tisch mit Sitzkissen, ein Junge spielt an einem Tisch mit Stühlen

Raumteiler-Regale und Möbel aus dem Online-Shop.

Wer Funktionsräume in der Kita einrichten will, muss nicht neu bauen. Oft reicht es, vorhandene Gruppenräume anders zu nutzen: Ein Raum wird zum Bauraum, einer zum Atelier, einer zum Rollenspielraum. Wo nur Gruppenräume zur Verfügung stehen, entstehen Funktionsbereiche innerhalb des Raums, abgegrenzt durch Regale, Trennwände oder Podeste.

In diesem Beitrag zeigen wir, welche Funktionsräume es im Kindergarten typischerweise gibt, was offene und teiloffene Arbeit bedeuten und wo ihre Stärken und Grenzen liegen. Dazu kommen Ideen für den Bau-, Atelier-, Rollenspiel-, Ruhe- und Bewegungsbereich, Hinweise für Kinder unter drei Jahren und praktische Tipps, wie sich Bereiche auch im normalen Gruppenraum trennen lassen. Wir stützen uns dabei auf Fachtexte und Empfehlungen von Landesjugendämtern.

Welche Funktionsräume gibt es im Kindergarten?

Die kurze Antwort

Typische Funktionsräume im Kindergarten sind der Bauraum (Konstruieren und Bauen), das Atelier (Malen, Gestalten, Werken), der Rollenspielraum, der Ruhe- und Rückzugsraum, der Bewegungsraum und ein gemeinsamer Essbereich, oft „Kinderrestaurant“ genannt. Dazu kommen je nach Haus eine Werkstatt, ein Forscher- oder Experimentierraum, ein Musikraum oder eine Bibliothek.

Die nordhessischen Jugendämter nennen in ihren Empfehlungen zum Raumkonzept in Kindertageseinrichtungen (Stand 2020) Bildungsräume mit Themenschwerpunkten wie Forschen und Experimentieren sowie Funktionsbereiche zum Essen, Bewegen, Ruhen, Rollenspielen und Bauen. Ein Atelier, ein Musikraum oder eine Werkstatt sollen dort gruppenübergreifende Erfahrungen ermöglichen. Der Gedanke dahinter: Einzelne Bereiche lassen sich gründlicher ausstatten, als wenn ein Raum alles gleichzeitig bieten muss.

Funktionsraum, Funktionsecke, Funktionsbereich

Ein Funktionsraum ist ein ganzer Raum mit einem Schwerpunkt. Eine Funktionsecke oder ein Funktionsbereich ist ein abgegrenzter Teil eines Gruppenraums mit demselben Ziel. Die Fortbildnerin Angelika von der Beek beschreibt in ihrem Fachtext Offene Arbeit: Chancen und Grenzen (KiTa Fachtexte, 2018) genau diesen Schritt als Kern der offenen Arbeit: aus Funktionsecken in Gruppenräumen Funktionsräume zu machen. Für viele Einrichtungen ist der Funktionsbereich im Gruppenraum der realistische erste Schritt.

Offene und teiloffene Arbeit: Was bedeutet das?

Offene Arbeit

In der offenen Arbeit gibt es keine festen Gruppenräume mehr. Die Räume des Hauses werden zu Funktionsräumen, und die Kinder wählen im Freispiel selbst, was, wo, mit wem und wie lange sie spielen. Von der Beek nennt das die „vier Freiheiten“. Die Fachkräfte übernehmen in der Regel einen Raum als Schwerpunkt und tragen gemeinsam Verantwortung für alle Kinder. Kurze tägliche Teamabsprachen gehören dazu.

Teiloffene Arbeit

Viele Kitas arbeiten teiloffen. Die Kinder haben eine Stammgruppe mit festen Bezugspersonen, in der zum Beispiel Morgenkreis und Mahlzeiten stattfinden. Für das Freispiel öffnen sich die Gruppen, und die Kinder dürfen Funktionsräume oder Bereiche anderer Gruppen nutzen. Die nordhessischen Empfehlungen beschreiben einen ähnlichen Weg: Arbeiten zwei oder mehr Gruppen zusammen, können die Gruppenräume für unterschiedliche Bildungsbereiche ausgestattet werden.

Vor- und Nachteile im Überblick

Von der Beek sieht als Chance vor allem, dass sich laute und leise Tätigkeiten räumlich trennen lassen und dass Bewegung nicht auf den Turnraum und den Außenbereich beschränkt bleibt. Fachkräfte können sich auf einen Bereich spezialisieren und ihn gründlicher vorbereiten. Gleichzeitig beschreibt sie Grenzen: Je größer das Haus, desto schwieriger wird die Orientierung für Kinder und Team. Sie betont außerdem, dass Räume, die nur zum Toben einladen, ein Zeichen für mangelhafte Raumgestaltung sind, nicht für Offenheit.

Möglicher VorteilMögliche Herausforderung
Kinder wählen Ort, Spielpartner und Tätigkeit selbstJüngere oder zurückhaltende Kinder brauchen mehr Orientierung
Laute und leise Bereiche lassen sich trennenDurchgangsverkehr und Lärm auf Fluren nehmen zu
Jeder Bereich kann gründlicher ausgestattet werdenEs braucht genug Räume oder gut abgegrenzte Bereiche
Fachkräfte können sich auf einen Bereich spezialisierenAbsprachen im Team und Beobachtung aller Kinder werden aufwendiger

Die Tabelle ist unsere Zusammenfassung aus den genannten Fachtexten. Ob die Vorteile eintreten, hängt stark von Haus, Team und Kindern ab. Der niedersächsische Fachbeitrag Offene Arbeit: ein inklusives und partizipatives Konzept (nifbe) weist darauf hin, dass offene Arbeit nicht auf äußere Strukturen wie Funktionsräume und Wochenpläne reduziert werden sollte und sich nicht von oben anordnen lässt. Die Strukturen sollen sich nach den Kindern richten, nicht umgekehrt.

Die wichtigsten Funktionsbereiche und wie wir sie einrichten

Bauraum und Bauecke

Im Bauraum konstruieren Kinder mit Bausteinen, Brettern, Röhren und Alltagsmaterial. Er braucht vor allem freie Bodenfläche, auf der Bauwerke stehen bleiben dürfen, und offene Regale, aus denen Kinder das Material selbst holen und wieder einräumen. Von der Beek verweist für den Bauraum auf die Idee „Gleiches Material in großer Menge“. Viele gleiche Bausteine laden zu größeren Bauwerken ein als eine Kiste mit vielen verschiedenen Teilen.

Im Online-Shop führen wir dafür die Raumteiler-Regale aus melaminbeschichtetem Birke-Multiplex in Ahorn-Optik: ein gerades Regal (120 cm lang), ein Viertelkreis-Regal (113 cm) und ein Eckregal (39 cm), alle 57 cm hoch mit offenen Fächern. Mit dieser Höhe bleibt der Blick über den Raum frei. Wer flacher stellen möchte, etwa unter Fenstern, findet das Bodenregal mit 5 Fächern mit 33 cm Höhe und einer Kante an der oberen Fläche. Warum der Bauraum oft der lauteste Bereich ist und was Teppiche und Polster dazu beitragen können, beschreiben wir im Beitrag Lärm in der Kita reduzieren: Raumakustik, Zonen und Alltagspraxis.

Atelier und Werkstatt

Im Atelier malen, kleben, formen und gestalten Kinder. Die nordhessischen Empfehlungen halten bei Forschen und Experimentieren einen Wasseranschluss für sinnvoll. Für das Atelier gilt das in der Praxis ebenso: abwischbare Flächen, Platz zum Trocknen und Ausstellen und Material, das sichtbar und erreichbar steht. Weniger, aber gut sortiertes Material ist dabei oft übersichtlicher als volle Kisten.

Wer Werken mit Holz anbietet, braucht eine feste Arbeitsfläche. Im Online-Shop gibt es die Kinderwerkbank aus massivem, geöltem Buchenholz mit 65 cm Höhe, 75 × 48 cm Grundfläche, vier Bankhaken in doppelter Reihe und einer Ablage unter der Arbeitsplatte. Der Hersteller empfiehlt sie ab dem Kindergartenalter und nur unter unmittelbarer Aufsicht von Erwachsenen. Werkzeug gehört nicht zum Lieferumfang.

Rollenspielraum

Im Rollenspiel stellen Kinder Alltag nach: Küche, Einkaufsladen, Arztpraxis oder Werkstatt. Ein Rollenspielbereich braucht einen erkennbaren Rahmen, damit das Spiel nicht ständig gestört wird, aber Fachkräfte sollten trotzdem hineinsehen können. Verkleidungen, Spiegel und echte Alltagsgegenstände gehören dazu. Wie Rollenspiel- und Leseecken mit Gesprächen und Sprache zusammenhängen, steht in unserem Beitrag Sprachförderung im Kita-Raum unterstützen.

Ruhe- und Rückzugsbereich

Die Orientierungshilfe „Raumkonzepte für Kindertagesstätten“ des Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz empfiehlt, Ruhe- oder Schlafbereiche nicht in Durchgangszimmern oder direkt neben lauten Aktionsräumen anzulegen. Innerhalb des Gruppenraums nennt sie abgeschirmte Kuschelmöglichkeiten wie Höhlen, Nischen, Körbchen, Hängematten oder Schlafsofas. Auch die nordhessischen Empfehlungen raten davon ab, den Bewegungsraum für die Mittagsruhe herzurichten.

Für einen Rückzugsbereich im Gruppenraum führen wir die mobile Trennwand aus Holz: 150 cm hoch und 120 cm lang, aus melaminbeschichteten Multiplex-Platten auf Metallfüßen mit Möbelgleitern, in Hellgrün, Natur oder Weiß. Sie steht frei, ohne Befestigung an Wand oder Boden, und lässt sich bei Bedarf verschieben. Mehr zu festen Rückzugsorten steht im Beitrag HAIDIG® Ruhewände als Rückzugsort in Kita, Schule und Therapie.

Bewegungsbereich

Nach den nordhessischen Empfehlungen sollen Räume, mit Ausnahme der Ruheräume, Kinder überall zur Bewegung einladen. Daneben braucht es Flächen, die speziell für Bewegung vorgesehen sind. Von der Beek beschreibt, dass in der offenen Arbeit ein Gruppenraum zum Bewegungsraum werden kann, ohne dass ein Anbau nötig ist, und dass eine Fachkraft dort dauerhaft präsent sein sollte.

Podeste schaffen unterschiedliche Ebenen im Raum. Das Spielpodest mit Kunstlederbezug, 3-teilig aus unserem Online-Shop besteht aus festen Wandelementen und Matten in Höhen von 10 bis 20 cm. Die Gesamtfläche beträgt 300 × 180 cm, der Bezug ist abwaschbar und hat einen Reißverschluss. Die Elemente lassen sich unterschiedlich anordnen, als Spielebene, Sitzlandschaft oder Ruhezone. Ideen für Bewegung drinnen sammeln wir im Beitrag Psychomotorik in der Kita im Alltag umsetzen.

Bereiche im normalen Gruppenraum trennen

Was eine gute Abgrenzung ausmacht

Nicht jede Kita hat genug Räume für ein offenes Konzept. Die nordhessischen Empfehlungen nennen für klar definierte Aktivitätsbereiche im Gruppenraum bewegliche Regale, Raumteiler, halbhohe Wände, unterschiedliche Boden- und Deckenhöhen, unterschiedliche Boden- und Wandbeläge und differenzierte Beleuchtung. Spielpodeste, Hochebenen und Zwischenebenen können den Raum zusätzlich gliedern. Wichtig bleibt, dass Fachkräfte den Raum überblicken und Kinder sich zurechtfinden.

Für die Praxis haben wir einige Tipps zusammengestellt:

  • Laut neben laut, leise neben leise: Bauecke und Rollenspiel nicht direkt neben die Lese- oder Kuschelecke stellen.
  • Halbhoch statt hoch: Niedrige Regale grenzen ab, ohne den Blick zu versperren.
  • Material dort, wo es gebraucht wird: Regale als Raumteiler nehmen gleich das Material des Bereichs auf.
  • Laufwege freihalten: Kein Durchgang mitten durch die Bauecke oder den Ruhebereich.
  • Lieber wenige Bereiche gut ausgestattet als viele halbe Ecken.
  • Mit den Kindern beobachten: Welche Bereiche werden genutzt, welche gemieden? Danach umstellen.

Raumteiler und Trennwände aus dem Online-Shop

Neben den Raumteiler-Regalen und der mobilen Trennwand aus Holz führen wir die Kindergarten-Trennwände mit Rahmen aus ABS-Kunststoff, 61 × 125 cm groß, in einer durchsichtigen und einer blickdichten Variante. Sie lassen sich quer oder hochkant aufstellen und optional mit Klammern und Flachfüßen verbinden. Grundsätze zur Möblierung als Teil des pädagogischen Konzepts beschreiben wir im Beitrag Kindergartenmöbel als „Dritter Erzieher“. Preise und Lieferzeiten bitte im Online-Shop prüfen.

Funktionsräume und Kinder unter drei Jahren

Für Kinder unter drei Jahren gelten eigene Bedingungen. Von der Beek schreibt, es habe sich bewährt, für die Jüngsten die Gruppenpädagogik beizubehalten und mit ihnen in der Regel nicht offen zu arbeiten. Die Orientierungshilfe aus Rheinland-Pfalz betont für diese Altersgruppe kurze Wege nach dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege“, Überschaubarkeit, Nischen für Rückzug und unterschiedliche Ebenen und Podeste, über die Kinder vom Krabbeln zum Laufen und Klettern kommen. Auch im Krippenraum lassen sich also Bereiche bilden, nur kleiner und näher an der Bezugsperson.

Für U3-Bereiche führen wir unter anderem den Akustik-Raumteiler aus Filz „Schloss“ mit Torbogen (98 cm breit, 70 cm hoch) und den Akustik-Raumteiler aus Filz „Wald“ mit vier einzeln stehenden Elementen (110 cm lang, 75 cm hoch). Beide bestehen aus Filzplatten mit 0,9 cm Materialstärke, sind mit dem Schwamm abwischbar und laut Hersteller ab 12 Monaten geeignet. Durch den Torbogen beim „Schloss“ können Kinder hindurchkrabbeln. Wie Eingewöhnung und Raum für die Jüngsten zusammenhängen, steht im Beitrag U3-Eingewöhnung bei dünner Besetzung.

Fazit: Klein anfangen, beobachten, nachjustieren

Funktionsräume in der Kita entstehen nicht an einem Tag. Ein guter Anfang ist ein einziger, klar abgegrenzter Bereich im Gruppenraum, etwa eine Bauecke mit niedrigen Regalen oder eine ruhige Leseecke hinter einer Trennwand. Danach beobachtet das Team, wie die Kinder ihn nutzen, und entscheidet, welcher Bereich als Nächstes kommt. Ob daraus ein offenes, ein teiloffenes oder ein Gruppenkonzept mit Funktionsecken wird, hängt vom Haus, vom Team und von den Kindern ab. Bei der Ausstattung beraten wir gern.

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Häufig gestellte Fragen zu Funktionsräumen in der Kita

Welche Funktionsräume gibt es im Kindergarten?

Typisch sind Bauraum, Atelier, Rollenspielraum, Ruhe- und Rückzugsraum, Bewegungsraum und ein gemeinsamer Essbereich. Je nach Haus kommen Werkstatt, Forscherraum, Musikraum oder Bibliothek dazu. Wo nur Gruppenräume vorhanden sind, entstehen dieselben Bereiche als Funktionsecken innerhalb des Raums.

Was ist der Unterschied zwischen offener und teiloffener Arbeit?

In der offenen Arbeit gibt es keine festen Gruppenräume. Alle Räume sind Funktionsräume, und die Kinder wählen im Freispiel selbst, wo und mit wem sie spielen. In der teiloffenen Arbeit behalten die Kinder eine Stammgruppe mit Bezugspersonen und öffnen sich nur für bestimmte Zeiten, etwa das Freispiel.

Welche Nachteile kann das offene Konzept haben?

Jüngere oder zurückhaltende Kinder brauchen mehr Orientierung, in großen Häusern wird es schnell unübersichtlich, und auf Fluren kann es lauter werden. Außerdem braucht das Team mehr Absprachen, um alle Kinder im Blick zu behalten. Ob diese Punkte ins Gewicht fallen, hängt von Haus, Team und Kindern ab.

Wie trennt man Bereiche in einem normalen Gruppenraum?

Mit halbhohen Regalen, mobilen Trennwänden, Podesten, unterschiedlichen Bodenbelägen und unterschiedlicher Beleuchtung. Laute Bereiche wie die Bauecke sollten nicht direkt neben ruhigen Bereichen liegen, und Laufwege sollten nicht mitten durch einen Spielbereich führen.

Eignen sich Funktionsräume auch für Kinder unter drei Jahren?

Für Kinder unter drei Jahren wird häufig in festen Gruppen gearbeitet. Bereiche lassen sich trotzdem bilden, aber kleiner, überschaubar und mit kurzen Wegen zur Bezugsperson. Nischen zum Rückzug und unterschiedliche Ebenen und Podeste passen gut zum Krippenalter.